Am 22. April hat Dr. Florian Meinert sein Habilitationsverfahren erfolgreich mit der Venia Legendi 'Physik' abgeschlossen. Seinen Habilitationsvortrag ‚The search for a nuclear atomic clock' am 4. Februar widmete er dem aktuellen Stand der Forschung zu nuklearen Uhren.
Mit der Entwicklung optischer Atomuhren wurde Zeitmessung bereits auf ein hohes Präzisionsniveau gehoben. Doch die nächste Revolution könnte im Atomkern selbst verborgen liegen: Nukleare Uhren auf Basis des Isotops Thorium-229. Seit der Entdeckung seines außergewöhnlich niederenergetischen Kernübergangs im Jahr 1976 durch die Physiker L. A. Kroger und C. W. Reich, suchen Forscher weltweit nach Wegen, diesen quantenmechanischen Zustand direkt mit Lasern anzuregen und als neuartigen Taktgeber zu nutzen. Ein Forschungsteam der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) erbrachte 2016 den ersten direkten experimentellen Nachweis für die Existenz dieses Kernzustands. Forschungsteams der TU Wien und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) gelang es 2024, den Kernübergang erstmals gezielt mit Lasern anzuregen und präzise zu vermessen.
Im Fokus des Vortrags stand die Frage, warum eine nukleare Uhr klassische Atomuhren möglicherweise weit übertreffen könnte: Der Atomkern ist wesentlich besser gegen äußere Störungen abgeschirmt als die Elektronenhülle. Dadurch verspricht die Thorium-Uhr eine bislang unerreichte Stabilität und Genauigkeit — mit potenziellen Anwendungen in der fundamentalen Physik, der Suche nach Variationen von Naturkonstanten oder nach dunkler Materie, und zukünftigen Navigations- und Kommunikationssystemen.
Der Vortrag stieß auf großes Interesse und wurde von einer lebhaften fachlichen Diskussion begleitet.
Von nun an lehrt und forscht Florian Meinert am Institut als Privatdozent. Herzlichen Glückwunsch!